02
2021 / Mit voller Spannung voraus

Neuland betreten

    Klaus Kühner, Leiter der Abteilung Karosserieentwicklung, ist einer der Dienstältesten am PSW Standort in Neckarsulm und hat die Niederlassung mitaufgebaut. Vor allem durch die Beauftragung von großen Entwicklungsumfängen beim Audi e-tron GT hat der Standort sich in vielen Bereichen weiterentwickelt. Im Interview blickt Klaus auf die Anfangszeit des Projekts zurück und erzählt, welche Rolle der Standort bei der Entwicklung gespielt hat.

    Im Februar dieses Jahres hat der Audi e-tron GT seine Weltpremiere gefeiert. Wo warst Du zu diesem Moment?

    Klaus Kühner: Daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich saß damals zusammen mit ein paar Neckarsulmer Kollegen vor meinem Computer daheim und wir haben die Sekunden bis zum Start der Weltpremiere runtergezählt. Das war für uns ein besonderer Moment. Immerhin haben wir und alle anderen Beteiligten in den vergangenen Jahren viel Herzblut in das Fahrzeug gesteckt. Außerdem hat das Projekt für PSW seinen Anfang in Neckarsulm genommen.

    Inwiefern?

    Da das Fahrzeug in Neckarsulm produziert werden sollte, habe ich von unserer Geschäftsführung den Auftrag bekommen, zu überprüfen, ob wir die notwendigen Kompetenzen haben, um Audi bei der Entwicklung zu unterstützen. Und ganz ehrlich: Zu Beginn hatten wir alle enormen Respekt vor dieser großen Aufgabe.

    Was mich am meisten begeistert hat: Je komplexer die Aufgaben wurden, desto größer war das Engagement innerhalb des Teams. In Kombination mit einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Audi und PSW war der Audi e-tron GT für mich ein Projekt, an das ich gerne zurückdenke.

    Adrian Oliver Teilprojektleiter Karosserie/Türen, Neckarsulm

    PSW wurde dann durch Audi mit wichtigen Entwicklungsumfängen beauftragt. Wie ist das abgelaufen?

    Nachdem ich mehrere Gespräche mit den Fachabteilungen von PSW und den Verantwortlichen von Audi geführt habe, habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen Günther Schinko und Cornel Schwab einen Konzeptvorschlag entwickelt, wie PSW das Projekt stemmen könnte. Uns hat dann der Ehrgeiz gepackt und es hat sich eine beeindruckende Dynamik innerhalb des Teams entwickelt. Ein Zahnrad hat ins andere gegriffen und am Ende haben Audi und wir gemeinsam eine Vorgehensweise zur Zusammenarbeit auf die Beine gestellt, welche zum damaligen Zeitpunkt ein absolutes Novum gewesen ist.

    Als wir schließlich durch Audi beauftragt wurden, war das ein sehr wichtiger Meilenstein für das Unternehmen und sowohl die Kollegen in Neckarsulm als auch in Gaimersheim haben sich voll für das Projekt engagiert.

    Ich bin sehr stolz darauf, dass der Standort Neckarsulm PSW-seitig der Geburtsort für das Projekt gewesen ist.

    Interview ohne Worte

    1 / 2

    Portrait Klaus Kühner
    2 / 2

    Klaus Kühner

    Was war Deiner Meinung nach erfolgsentscheidend für die Beauftragung?

    Wir haben in vielen Bereichen Neuland betreten, deswegen sind wir mit einer gewissen Leichtigkeit an die Konzeptplanung rangegangen. Auch der große Ehrgeiz der Kolleginnen und Kollegen hat seinen Beitrag geleistet. Audi hat uns das Vertrauen geschenkt und wir wollten beweisen, dass wir dieser Aufgabe gewachsen sind.

    Es war faszinierend live mitzuerleben, wie aus einem virtuellem Modell nach und nach ein echtes Serienfahrzeug wird. Ich bin stolz darauf, im Rahmen der Aufbausteuerung meinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

    Matthias Banholzer Entwicklung Verkleidungsteile, Neckarsulm

    Die Entwicklung der Karosserie war sehr spannend: Um den Spagat zwischen Design, Bauraum und Herstellbarkeit der Karosseriebauteile zu meistern, haben wir mit ganz neuen Konzepten gearbeitet. Das gleiche galt für die Verbindungstechnik. Auch hier haben wir neue Ideen eingebracht.

    Andreas Rau Modulverantwortlicher Karosserie, Neckarsulm

    Wie hat das Projekt den PSW-Standort Neckarsulm hinsichtlich der Kompetenzen verändert?

    Klaus Kühner: PSW-Neckarsulm war schon immer stark in den Bereichen Interieur und Karosserieentwicklung. Durch das Projekt konnten wir dieses Know-how weiter vertiefen. Darüber hinaus haben wir auch eine führende Rolle bei der Exterieur-Entwicklung eingenommen. Ganz neu für uns war die Unterstützung beim Produktionsanlauf. Virtuell wurde vieles abgeprüft und abgesichert, zudem waren wir auch vor Ort in der Produktion in den Böllinger Höfen.

    Was nimmt PSW Neckarsulm von dem Projekt mit in die Zukunft?

    Ganz viel Selbstbewusstsein. Das gilt denke ich aber für das gesamte Unternehmen. Der Audi e-tron GT hat das Fundament gelegt, dass wir Audi bei der Entwicklung weiterer Fahrzeuge unterstützen. Und das erfolgreiche Modell zur Zusammenarbeit der beiden Unternehmen kann als Blaupause für die Zukunft dienen.

    Es war eine neue Erfahrung, in einem Projekt so viel Verantwortung zu übernehmen. Wir mussten neue Prozesse etablieren, Themen eigenständig vorantreiben und stets den Überblick über den gesamten Entwicklungsstatus behalten.

    Patrick Bopp Teilprojektleiter, Neckarsulm
    Nächstes Kapitel

    Erst analog, jetzt digital

    Das Heck des Audi e-tron GT
    Vorheriges Kapitel

    Mutig vorausgeschaut

    Frontansicht des Audi e-tron GT

    Folgen Sie uns auf