05
2019 / Integrated mobility technologies

Die Entwicklung komplexer Systeme

    Autonomes Fahren, Car-to-X, Elektromobilität: Die Herausforderungen in der Fahrzeugentwicklung werden zunehmend komplexer und vielfältiger. Doch darin liegt auch eine Chance für Entwicklungspartner.

    Große OEMs werden einen Großteil ihrer Kapazitäten benötigen, um diese Komplexität in der Entwicklung zu bewältigen. In der Folge werden die Vergabeumfänge für Entwicklungspartner immer umfangreicher. Aber mit der Größe der Vergabeumfänge steigt natürlich auch hier die Komplexität, die der Partner bewältigen muss.

    Dass PSW für diese Zukunft schon heute richtig aufgestellt ist, zeigt der Audi Q8. Gemeinsam mit PSW und weiteren Partnern hat Audi den Luxus-SUV entwickelt, der 2018 seine Weltpremiere gefeiert hat. Schon während der Entwicklung des Audi Q8 hat PSW die Arbeit an einem weiteren Projekt aufgenommen: dem kommenden Elektrosportwagen von Audi. Es ist das größte Projekt in der bisherigen Firmengeschichte.

    Eine stringente Funktionsorientierung liegt in der Natur der Gesamtfahrzeugentwicklung. Nur so können wir zum Beispiel die Anforderungen an die Homologation der jeweiligen Märkte zuverlässig erfüllen.

    Bora Pamir Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeug
    Der Audi Q8: Audi hat gemeinsam mit PSW und weiteren Partnern den Luxus-SUV entwickelt.

    Mehrere Großprojekte parallel

    Darüber hinaus arbeitet PSW noch an der Entwicklung drei weiterer Fahrzeuge, sodass das Unternehmen derzeit vier Großprojekte gleichzeitig entwickelt. Den Projekterfolg gewährleistet PSW durch ein breites technisches Leistungsspektrum, einem schlagkräftigen Projektmanagement samt Matrixstruktur und vernetztem Arbeiten. Dabei werden die Herausforderungen noch weiter zunehmen. Der Kunde rückt stärker in den Fokus und Technologien können nicht mehr isoliert voneinander betrachtet werden, weil sie sich in einer zunehmend vernetzten Welt immer stärker überschneiden. Die Komplexität nimmt zu. Deswegen wird in der Fahrzeugentwicklung eine gesamtheitliche Systemsicht immer wichtiger. Oder anders gesagt: PSW denkt nicht mehr in Bauteilen, sondern in Systemen.

    Wir sind schon sehr früh in der Entwicklungsphase dabei und speziell im Maßkonzept, der Ergonomie, der Auslegung und dem DMU arbeiten wir von Anfang an mit den entsprechenden Kunden- und PSW-Fachabteilungen zusammen.

    Günter Adam Leiter Entwicklung Konzepte

    Ein Fahrzeug besteht aus etlichen Einzelteilen, die erst in ihrem perfekten Zusammenspiel die notwendigen Funktionen erfüllen. Dementsprechend haben wir schon immer das große Ganze betrachtet.

    Michael Stelzle Leiter Entwicklung Exterieur/Anbauteile

    Gemeinsam für das Gesamtsystem

    Strategieexpertin Dr. Susan Zöller arbeitet gemeinsam mit den Fachabteilungen daran, das „Denken in Systemen“ bei PSW weiterzuentwickeln. Wer sich näher damit beschäftigt, der verirrt sich schnell in einem Wald voller Fachbegriffe, komplizierten Grafiken und sperrigen Definitionen. Susan erklärt es mit einer eingängigen Metapher: „Die Analogie ist relativ einfach, aber sie bringt den Kern der Sache gut auf den Punkt. Der Systemgedanke lässt sich mit dem Häuserbau erklären. Dort gibt es zum Beispiel den Elektriker, der beim Verlegen von elektrischen Leitungen im Projekt ‚Hausbau‘ als Abstimmungspartner und Experte gilt“, sagt die promovierte Ingenieurin. „Er verantwortet unter Berücksichtigung aller anderen Domänen die Machbarkeit der Funktion ‚Stromversorgung sicherstellen‘. Das gelingt ihm, weil er über die Fähigkeit verfügt, sich im Team optimal abzustimmen.“

    Gesamtheitlich

    Generalentwicklung

    Der gesamte Entwicklungsprozess aus einer Hand: Wir sind ein innovativer Entwicklungspartner für gesamtheitliche Modul- und Derivateentwicklungen.

    Auf die Fahrzeugentwicklung bezogen heißt das, dass Ingenieure beispielsweise Elektrik oder Mechanik nicht als voneinander isolierte Domänen betrachten, sondern direkt zu Beginn das Gesamtsystem im Blick haben und gemeinsam in interdisziplinären Teams die erforderlichen Anforderungen und Funktionen definieren. Weil PSW in ihrer Rolle als Generalentwickler die Verantwortung für ganze Fahrzeuge übernimmt, hat diese gesamtheitliche Betrachtungsweise schon immer eine wichtige Rolle gespielt, die nun noch stärker in den Fokus rückt.

    Massagefunktion, Beleuchtung, Sound etc.: Für die Entwicklung des Interieurs der Zukunft betrachten wir diese Insassenerlebnisfunktionen gesamtheitlich und stellen das Erlebnis der Insassen in den Mittelpunkt. Das gelingt uns durch enge Vernetzung mit allen Beteiligten und konsequente Funktionsorientierung.

    Tilo Schiesterl Leiter Entwicklung Interieur

    Im Grunde denken wir schon heute in Systemen und Funktionen“, sagt Susan. „Und weil diese Denkweise in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird, werden wir gemeinsam mit den Fachabteilungen daran arbeiten, wie wir den Ansatz weiterverfolgen. Insbesondere eine sorgfältige Gestaltung der Prozesslandschaft ist wichtig, damit Arbeitsabläufe und Verantwortungen klar definiert und transparent sind.“ Es ist also noch einiges zu tun, bis das „Denken in Systemen“ voll etabliert ist. Aber wer Susan zuhört, der kommt schnell zur Überzeugung, dass für das Thema brennt und es gemeinsam mit ihren Kollegen erfolgreich vorantreiben wird.

    Nächestes Kapitel

    Aufs Gaspedal - aber bitte emmissionsfrei!

    Vorheriges Kapitel

    Wie die Transformation neue Chancen eröffnet

    Folgen Sie uns auf