Prototypenfreie Entwicklung

FORCuDE – Forschungsverbund Customized Digital Engineering

Die prototypenfreie Entwicklung birgt enorme Potentiale bei der Fahrzeugentwicklung und unterstützt die Ingenieure bei ihrer täglichen Arbeit. Auch PSW hat sich das Ziel gesetzt, die Etablierung prototypenfreier Entwicklungsprozesse weiter voranzutreiben.

Es gibt eine Vielzahl von potentiellen Anwendungsmöglichkeiten, bei denen meist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) eine Rolle spielt. PSW führt eine Potentialanalyse durch, um dabei wirklich zielorientiert aufzuzeigen, an welcher Stelle das Unternehmen KI für sich einsetzen kann. Um darauf aufbauend passende Maßnahmen für das Unternehmen zu entwickeln und auch umzusetzen, forciert PSW einen aktiven Austausch mit Fachexperten des Lehrstuhls für Konstruktionstechnik der Friedrich-Alexander-Universität (FAU).

Das Programm FORCuDE

PSW hat gemeinsam mit dem Lehrstuhl an einem bayernweiten Verbundprojekt zum Thema KI teilgenommen. Die Bayerische Forschungsstiftung fördert hierzu ausgewählte bayerische Hochschulen sowie kleine bis mittelständige bayerische Unternehmen, die sich in interdisziplinärer Art und Weise einem wirtschaftlich relevanten Thema widmen.

PSW ist als Teil von FORCuDE vorne mit dabei: Das Unternehmen hat nun über eine Laufzeit von drei Jahren die Chance, das Wissen, den Austausch und die Unterstützung von etwa zehn wissenschaftlichen Instituten und etwa doppelt so vielen Unternehmen zu erhalten. So gewinnt PSW einen direkten Zugang zu neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und erhält Unterstützung, diese direkt nutzbar zu machen. Die Wissenschaftler wiederum erhalten durch das Programm staatliche Fördergelder, um ihre Forschung voranzutreiben.

Einsatz künstlicher Intelligenz im Entwicklungsprozess

Die Experten von PSW als auch der FAU haben sich zum Ziel gesetzt, im Bereich Anbauteile (Türverkleidung, Kotflügel) die Arbeitsschritte mittels KI zu vereinfachen, um den Entwicklungsprozess schneller zu gestalten und die Ingenieure zu entlasten.

„Momentan praktizieren wir noch keine 100%ige prototypenfreie Fahrzeugentwicklung. Bauteile, als auch Bauteilgruppierungen, werden zum Beispiel noch durch vorgeschriebene Versuche mit Hardware abgesichert. Diese Vorgehensweise ist aufwendig, kostet Zeit und Geld“, erklären PSW-Experten Thomas Karl und Torsten Sandmair.

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl überprüfen Fachexperten von PSW den Einsatz bestehender KI Lösungen innerhalb des Entwicklungsprozesses. Durch die Unterstützung des maschinellen Lernens werden Prognosen durch eine KI abgegeben, die den Ingenieuren das Berechnen erleichtert und auch die Qualität der Berechnungen erhöht. In diesen Prognosen werden nämlich Toleranzen, Materialstreuungen und Bauteildicken mit einkalkuliert, was bei den Berechnungen, wie sie momentan noch durchgeführt werden, nicht möglich ist. „Mit dieser Maßnahme spart PSW nicht nur Zeit und Geld, auch der Kunde profitiert von der hohen Prognosegüte und der virtuell robusteren Darstellungsweise“, sagen Thomas und Torsten.

Wenn die Anpassungsarbeiten der KI an die Entwicklungsprozesse von PSW und der FAU erfolgreichen abgeschlossen sind, soll die künstliche Intelligenz auch in anderen Bereichen von PSW zum Einsatz kommen.